Schmerzen beim Wasserlassen beim Mann sind ein äußerst unangenehmes Symptom. Es gibt viele Gründe für ihr Auftreten, und ein erfahrener Urologe kann helfen, die Ursachen zu klären. Ein Arztbesuch sollte daher nicht hinausgezögert werden.

Schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie) ist ein sehr weit gefasster Begriff, der Beschwerden während des Urinierens beschreibt. Dieser Schmerz kann in der Harnblase, der Harnröhre (Urethra) oder im Dammbereich (Perineum) entstehen. Die Harnröhre ist der Schlauch, durch den der Urin den männlichen Körper verlässt. Beim Mann wird der Bereich zwischen Hodensack und Anus als Damm bezeichnet. Der Schmerz kann in diesen Bereich ausstrahlen oder im Bereich des Penis lokalisiert sein. Insgesamt ist schmerzhaftes Wasserlassen sehr verbreitet. Schmerzen, Brennen oder Stechen können auf eine Reihe von Erkrankungen hinweisen.

Anatomie der männlichen Harnwege

Ursachen für Schmerzen beim Wasserlassen beim Mann

Schmerzhaftes Urinieren kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Eine häufige Ursache ist eine Harnwegsinfektion (auch Blasenentzündung genannt). Wenn die Blase entzündet ist, kann das Wasserlassen schmerzhaft sein. Eine Entzündung kann auch auftreten, ohne dass eine Infektion vorliegt. Bestimmte Medikamente können die Blase reizen. Auch Druck auf die Blase (z. B. durch eine vergrößerte Prostata) oder ein Nierenstein, der in der Nähe der Blasenöffnung feststeckt, können schmerzhaftes Wasserlassen verursachen.

Häufige Auslöser im Detail

  • Harnröhreninfektion: Schmerzhaftes Wasserlassen ist ein häufiges Anzeichen für eine Harnwegsinfektion (HWI). Ein HWI kann die Folge einer bakteriellen Infektion sein. Es kann aber auch mit einer nicht-mikrobiellen Entzündung der Harnwege zusammenhängen. Die Harnwege bestehen aus Harnröhre, Blase, Harnleitern und Nieren. Die Harnleiter sind Röhren, die den Urin von den Nieren zur Blase transportieren. Eine Entzündung eines dieser Organe kann Schmerzen verursachen.
  • Sexuell übertragbare Infektionen (STI): Ein Mann kann auch Schmerzen beim Wasserlassen haben, wenn er sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion angesteckt hat. Zu den STIs, die schmerzhaftes Wasserlassen verursachen können, gehören Genitalherpes, Gonorrhö (Tripper) und Chlamydien. Es ist sehr wichtig, sich auf STIs testen zu lassen, da diese nicht immer Symptome zeigen.
  • Prostatitis: Auch Männer in jungen Jahren können aufgrund einer Prostatitis schmerzhaftes Wasserlassen erleben. Dies ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse und eine Hauptursache für Brennen, Stechen und Beschwerden beim Urinieren.
Arzt konsultiert Patient mit Prostatitis
  • Zystitis (Blasenentzündung): Eine weitere Ursache ist die Zystitis oder Entzündung der Blasenschleimhaut. Die interstitielle Zystitis (IC) ist auch als Syndrom der schmerzhaften Blase bekannt. Symptome sind Schmerzen und Empfindlichkeit im Bereich der Blase und des Beckens. In einigen Fällen kann eine Strahlentherapie Schmerzen in der Blase und beim Wasserlassen verursachen (Strahlenzystitis).
  • Urethritis: Dies bezeichnet eine Entzündung der Harnröhre, meist aufgrund einer bakteriellen Infektion. Urethritis verursacht oft Schmerzen beim Wasserlassen und kann auch einen verstärkten Harndrang auslösen.
  • Epididymitis: Schmerzhaftes Wasserlassen kann auch durch eine Nebenhodenentzündung verursacht werden. Der Nebenhoden befindet sich an der Rückseite der Hoden und speichert sowie transportiert Spermien.
  • Obstruktive Uropathie: Dies tritt auf, wenn eine Verstopfung des Harnleiters, der Blase oder der Harnröhre dazu führt, dass Urin in die Nieren zurückfließt. Eine andere Erkrankung, die Harnröhrenstriktur, kann eine Verengung der Harnröhre verursachen und ähnliche Probleme auslösen.
  • Nierensteine: Wenn ein Mann Nierensteine hat, können Probleme beim Wasserlassen auftreten. Nierensteine sind Ansammlungen von gehärtetem Material in den Harnwegen.
Darstellung von Nierensteinen

Hinweis: Bei jüngeren Männern ist es wahrscheinlicher, dass der Schmerz durch eine STI verursacht wird. Bei älteren Männern ist eine Infektion der Blase oder der Prostata wahrscheinlicher.

Symptome und Schmerzskala

Männer mit Schmerzen beim Wasserlassen können auch andere Symptome haben. Dazu gehören:

  • Häufigeres oder selteneres Wasserlassen als gewöhnlich.
  • Juckreiz, Schwellung oder Empfindlichkeit im Genitalbereich.
  • Schmerzen beim Sex.
  • Fieber.
  • Blut im Urin oder Sperma.

Die Schwere der Schmerzen kann auf einer Skala von 1 bis 10 variieren:

Schweregrad Skala (0-10) Beschreibung
Leicht 1 – 3 Der Schmerz behindert nicht bei Arbeit, Studium oder normalen Aktivitäten.
Mäßig 4 – 7 Der Schmerz stört bei der Arbeit oder Aktivitäten. Er weckt aus dem Schlaf.
Schwer 8 – 10 Der Schmerz ist sehr stark, schlimmer als jeder zuvor erlebte Schmerz. Normale Aktivitäten sind unmöglich.
Symptome von Harnwegserkrankungen

Wann Sie sofort einen Arzt rufen sollten

Suchen Sie umgehend medizinische Hilfe, wenn:

  • Starke Schwäche vorliegt, sodass Sie nicht stehen können.
  • Der Schmerz auf der Skala 8-10 erreicht.
  • Erbrechen auftritt.
  • Die Temperatur über 38,0 °C steigt.
  • Schüttelfrost auftritt.
  • Schmerzen in der Seite oder im Rücken bestehen.
  • Schmerzen oder Schwellungen im Hodensack auftreten.
  • Vorerkrankungen wie Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem (HIV, Chemotherapie, Steroideinnahme) vorliegen.
  • Blut im Urin (rot, rosa oder teefarben) oder Eiter (weiß, gelb) aus dem Penis austritt.

Diagnose und Behandlung

Der erste Schritt vor der Behandlung ist die Bestimmung der Ursache. Ein Urologe kann die Ursache oft anhand der Beschreibung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung ermitteln. Eine Urinanalyse (allgemein und Bakterienkultur) hilft festzustellen, welche Infektion vorliegt.

Wenn der Verdacht auf eine STI besteht, kann ein Abstrich aus der Harnröhre genommen werden. Bei Verdacht auf eine vergrößerte oder infizierte Prostata wird diese untersucht. Findet sich keine Infektion, können weitere Tests wie eine Messung des Blasendrucks oder eine Zystoskopie (Blasenspiegelung) vorgeschlagen werden.

Medikamente und Diagnose

Therapiemöglichkeiten

Der Arzt kann Medikamente gegen schmerzhaftes Wasserlassen verschreiben. Antibiotika werden zur Behandlung von HWIs, bakteriellen Infektionen und einigen STIs eingesetzt. Medikamente können auch helfen, eine gereizte Blase zu beruhigen. Schmerzen aufgrund einer bakteriellen Infektion klingen meist schnell nach Beginn der Einnahme ab. Nehmen Sie Medikamente immer genau nach Vorschrift ein.

Tipps für zu Hause und Vorbeugung

  • Flüssigkeit: Trinken Sie mehr Flüssigkeit (8-10 Gläser pro Tag). Das verdünnt den Urin und macht das Ausscheiden weniger schmerzhaft.
  • Reizstoffe vermeiden: Verzichten Sie auf parfümierte Waschmittel und Toilettenartikel im Intimbereich.
  • Ernährung: Meiden Sie Lebensmittel, die die Blase reizen können (stark säurehaltige Produkte, Koffein, Alkohol).
  • Schutz: Verwenden Sie Kondome beim Geschlechtsverkehr.
Gesunde Lebensweise und Prävention

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum entstehen Schmerzen beim Wasserlassen bei Männern?

Bei Männern treten Schmerzen beim Wasserlassen häufig bei Entzündungen der Harnröhre (Urethritis) und der Vorsteherdrüse (Prostatitis) sowie bei Nierensteinen auf, wenn Steine abgehen. Eine seltenere Ursache für Schmerzen in der Harnröhre sind Krebserkrankungen der Prostata oder der Harnröhre.

Wie gefährlich ist dieses Symptom?

Schmerzen beim Wasserlassen dürfen nicht ignoriert werden. Es ist weniger gefährlich, wenn es sich um den einfachen Abgang von Harnsalzen handelt. Aber eine spezifische (z. B. durch Gonorrhö verursachte) Urethritis kann ohne Behandlung zu einer Harnröhrenstriktur (Verengung) führen.

Wann sollte man bei Schmerzen beim Wasserlassen zum Arzt gehen?

Sie sollten in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, wenn das Symptom nicht innerhalb von 3-4 Tagen von selbst verschwindet. Neben den Schmerzen sind auch andere Erscheinungen wichtig: Häufigkeit des Wasserlassens, Urinmenge und das Vorhandensein von Ausfluss aus der Harnröhre (Eiter, Schleim, Blut). Bei letzteren sollten Sie sofort einen Urologen aufsuchen!

Kann man Schmerzen beim Wasserlassen mit Hausmitteln behandeln?

Im Falle von schmerzhaftem Wasserlassen bei Männern ist von Selbstmedikation, insbesondere nur mit Hausmitteln, abzuraten. Die Anwendung von pflanzlichen Mitteln ist nicht verboten, sollte aber nur als Ergänzung zur vom Arzt verschriebenen Basistherapie erfolgen.

Beratung beim Urologen

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