Über dieses männliche Problem wird meist nicht laut gesprochen. Man klagt nicht bei Freunden darüber und diskutiert es nicht mit Arbeitskollegen. Auch den Gang zum Arzt treten viele Männer nur widerwillig an. Schließlich ist es kein „Speer in der Brust“: Man erträgt die Schmerzen in der Leiste ein wenig, in der Hoffnung, sie würden von selbst vergehen. Leider ist es bei einer Prostatitis bei weitem nicht so einfach. Lesen Sie diesen Artikel unbedingt bis zum Ende und ziehen Sie Ihre Schlüsse.

Als Prostatitis bezeichnet man eine akute oder chronische Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata). Sie wird unterteilt in akute bakterielle, chronische bakterielle Prostatitis, das chronische Beckenschmerzsyndrom (CP-CPPS) und die asymptomatische Prostatitis.

Die Verbreitung dieser rein männlichen Pathologie beträgt weltweit 5-9 % und ist in den USA jährlich für mehr als 2 Millionen Krankenhausbesuche verantwortlich. Viele Forscher und Urologen gehen jedoch davon aus, dass die Häufigkeit der asymptomatischen Prostatitis weitaus höher sein könnte. Dies wird durch die Tatsache bestätigt, dass Entzündungszellen bei Prostatabiopsien und Leukozyten im Sperma regelmäßig bei Männern gefunden werden, die keinerlei begleitende Symptome aufweisen.

Hauptursachen der Prostatitis

Die Ursachen variieren je nach Art der Erkrankung stark. Um dies übersichtlicher zu gestalten, finden Sie hier eine Klassifizierung:

Art der Prostatitis Häufige Erreger / Ursachen Besonderheiten
Akute bakterielle Prostatitis Gramnegative Bakterien (Escherichia coli, Enterobacter, Pseudomonas), Enterokokken. Erreger dringen meist durch Rückfluss von Urin oder über die Lymphbahnen ein. Seltener durch sexuell übertragbare Erreger (Gonokokken, Chlamydien).
Chronische bakterielle Prostatitis E. coli (75-80%), Pseudomonaden, selten Tuberkulosebakterien oder Candida-Pilze. Kann auch durch Viren (inkl. HIV) begünstigt werden, da diese das Immunsystem schwächen.
Chronisches Beckenschmerzsyndrom (CP-CPPS) Obstruktion des Blasenausgangs, Muskelverspannungen, blockierte Ejakulationskanäle. Keine bakterielle Infektion nachweisbar. Nervenfasern sind betroffen, was zu hohem Muskeltonus im Beckenboden führt.

Das Chronische Beckenschmerzsyndrom (CP-CPPS)

Bei CP-CPPS beginnt die Entzündung der Prostata allmählich, die Nervenfasern zu beeinträchtigen, was zu einer Erhöhung des Muskeltonus im Beckenboden führt – dies äußert sich in Unbehagen und Schmerzen. Der häufigste Schmerzort ist der Damm (63 % der Fälle), gefolgt von Hoden, Schambereich und Penis. Dabei beunruhigen die Schmerzen die Patienten weitaus mehr als Probleme beim Wasserlassen.

Die Ursachen der asymptomatischen entzündlichen Prostatitis ähneln denen der chronischen Form, jedoch ohne spürbare Symptome.

Der Faktor Kälte: Mythos oder Wahrheit?

In einigen wissenschaftlichen Arbeiten wurde der Zusammenhang zwischen Prostatitis und der Unterkühlung von Füßen, Beckenorganen und dem gesamten Organismus untersucht. Es wurde festgestellt, dass Kälteeinwirkung eine Verschlimmerung der Symptome und Rückfälle provoziert.

  • Das Sitzen auf kalten Gegenständen;
  • Aufenthalt in kalter, feuchter oder windiger Umgebung;
  • Barfußlaufen auf kaltem Boden.

All dies wirkt sich negativ auf den Zustand der Prostata aus. Umgekehrt lindert Wärme, die kurzzeitig (nicht dauerhaft!) auf den Damm gelegt wird, ebenso wie der Aufenthalt in einem wärmeren Klima, die Symptome. Daher gilt die alte Weisheit: Halten Sie die Füße warm und vermeiden Sie Unterkühlungen.

Wie äußert sich eine Prostatitis? Symptome

Die Symptome variieren je nach Form der Erkrankung erheblich. Eine genaue Beobachtung des eigenen Körpers ist daher essenziell.

Anzeichen einer akuten bakteriellen Prostatitis

  • Fieber und Schüttelfrost.
  • Miktionsstörungen (Probleme beim Wasserlassen).
  • Falscher und/oder häufiger nächtlicher Harndrang.
  • Schmerzen im Unterbauch, im Dammbereich oder über dem Schambein.
  • Spontaner Ausfluss aus der Harnröhre (schleimig-weiß oder eitrig-dunkel).
  • Schwacher Harnstrahl bei starkem Pressen.

Besonderheiten der chronischen Prostatitis

Bei der chronischen Form treten die Symptome oft schleichend auf:

  • Intermittierende Dysurie: Zeitweise auftretende Probleme beim Wasserlassen.
  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte: Einmal behandelt, kehren sie nach einiger Zeit zurück.
  • CP-CPPS: Patienten klagen über Beschwerden oder Schmerzen im Beckenbereich (Damm, Hoden, Rektum). Wichtig für die Diagnose ist das Vorhandensein von Schmerzen über mindestens 3 der letzten 6 Monate ohne nachweisbare Infektion. Zusätzlich können Schmerzen bei der Ejakulation und Erektionsstörungen auftreten.

Die asymptomatische Prostatitis verrät sich, wie der Name schon sagt, durch keinerlei besondere Anzeichen und wird oft zufällig entdeckt.

Mögliche Komplikationen

Eine akute und chronische Entzündung der Vorsteherdrüse wirkt sich negativ auf die Prostata und das umliegende Gewebe aus. Zu den ernsthaften Komplikationen gehören:

  1. Harnverhalt: Eine vollständige Blockade des Blasenausgangs. Dies ist ein Notfall, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
  2. Prostataabszess: Tritt in ca. 5 % der Fälle auf, meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Es handelt sich um eine eitergefüllte Kapsel in der Drüse.
  3. Unfruchtbarkeit: Durch Vernarbung der Harnröhre oder der Ejakulationskanäle (bei ca. 4 % der Männer teilweise blockiert).
  4. Weitere Folgen: Wiederkehrende Blasenentzündungen, Nierenbeckenentzündung, Nierenfunktionsstörungen und Erektionsstörungen.

Wichtiger Hinweis zu Krebs: Eine unbehandelte Prostatitis wird oft diskutiert, ob sie Prostatakrebs begünstigen kann. Die Verbindung zwischen Prostatitis und Onkologie bleibt unklar – verschiedene Studien zeigen sowohl null als auch klinisch signifikante Ergebnisse. Dennoch wird dringend davon abgeraten, die Behandlung einer Entzündung hinauszuzögern.

Wie wird Prostatitis behandelt?

Der wichtigste Schritt ist der rechtzeitige Gang zu einem kompetenten Urologen. In unserer Gesellschaft ist es traditionell nicht üblich, sich über „irgendwelche Ausflüsse“ zu beschweren, weshalb viele Männer jahrelang mit einer Prostatitis herumlaufen. Allmählich geht der akute Prozess in einen chronischen über. Der Mann denkt, er habe das Problem gelöst, obwohl es in Wirklichkeit nicht verschwunden ist.

Wenden Sie sich daher bei jeglichen Anzeichen so schnell wie möglich an einen Arzt. Möglicherweise bestätigt sich die Diagnose nicht – aber Sie werden viel ruhiger schlafen.

Prävention: Wie schützt man sich?

Vorbeugung ist besser als Heilung. Hier sind evidenzbasierte Tipps, um die Gesundheit Ihrer Prostata zu erhalten:

  • Intimhygiene: Reduziert die Anzahl pathogener Bakterien.
  • Bewegung bei sitzender Arbeit: Stehen Sie regelmäßig auf. Langes Sitzen übt Druck auf die Vorsteherdrüse aus, was mit der Zeit zu Entzündungen führen kann.
  • Sport: Nehmen Sie sich mindestens 3 Mal pro Woche 30 Minuten Zeit für körperliche Übungen (Laufen, Schwimmen, zügiges Gehen).
  • Wasser trinken: Trinken Sie ca. 2 Liter Wasser pro Tag, um Bakterien aus den Harnwegen zu spülen (konsultieren Sie bei Herz-/Nierenproblemen Ihren Arzt).
  • Ernährung: Scharfes Essen verursacht zwar keine Prostatitis, kann aber die Blase reizen und Symptome verschlimmern. Begrenzen Sie Koffein und Alkohol.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht schadet dem gesamten Organismus.
  • Safe Sex: Schützen Sie sich vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann Prostatitis von selbst heilen?

Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis ist eine Spontanheilung unwahrscheinlich und gefährlich; sie erfordert Antibiotika. Eine chronische Entzündung kann phasenweise symptomfrei sein, schwelt aber oft im Hintergrund weiter und kann zu Komplikationen führen. Ein Arztbesuch ist unerlässlich.

Ist Prostatitis ansteckend für die Partnerin?

Die Prostatitis selbst ist nicht ansteckend. Wenn sie jedoch durch sexuell übertragbare Erreger (wie Chlamydien oder Gonokokken) verursacht wurde, können diese Bakterien beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Welcher Arzt behandelt Prostatitis?

Der zuständige Facharzt ist der Urologe. Er führt die notwendigen Untersuchungen (Tastuntersuchung, Ultraschall, Laborwerte) durch und verschreibt die passende Therapie.

Das Wichtigste zum Schluss: Haben Sie bemerkt, dass Sie öfter zur Toilette rennen? Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen? Ist etwas Seltsames aus dem Penis ausgelaufen? Jedes dieser Symptome ist ein guter Grund für einen baldigen Besuch beim Urologen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert