Männer jeden Alters können an Prostatitis erkranken. Auf die Entwicklung der Krankheit wirken viele Faktoren ein. Zu den wichtigsten gehören ungeschützter Sex, Alkoholmissbrauch, sexuell übertragbare Krankheiten und eine allgemeine Schwächung des Immunsystems. Doch wie sieht es mit dem Wehrdienst mit Prostatitis aus? Wird ein junger Mann in die Armee eingezogen, wenn bei ihm diese Diagnose gestellt wurde, und in welchen Fällen kann er einen Aufschub erhalten? Über die Krankheit Prostatitis ist eine Erkrankung, bei der sich die Vorsteherdrüse (Prostata) entzündet und erhebliche Probleme beim Wasserlassen auftreten. Bei rechtzeitiger und richtiger Behandlung stellt die Prostatitis jedoch keine lebensbedrohliche Gefahr dar. Zu den häufigsten Ursachen der Krankheit gehören: Unterkühlung des Körpers; Starke emotionale Belastungen und chronischer Stress; Bakterielle und infektiöse Erkrankungen; Verschiedene Virusinfektionen. Das erste Anzeichen einer Prostatitis sind Probleme beim Wasserlassen. Zunächst kann ein häufiger Harndrang auftreten, gefolgt von dem Gefühl, dass die Blase ständig überfüllt ist. Bei einer Entzündung vergrößert sich die Prostata stark und blockiert die Harnröhre. Damit einhergehend entstehen auch psychologische und physische Probleme im Intimleben. Im weiteren Verlauf treten dumpfe Schmerzen, Brennen, Ausfluss aus der Harnröhre und Fieber auf. Achtung: Solche Symptome können auch bei einem Adenom oder einem Prostatakarzinom (Krebs) auftreten, daher ist es zwingend erforderlich, sofort einen Urologen aufzusuchen. Wird man mit chronischer Prostatitis in die Armee eingezogen? Ein junger Mann, bei dem eine chronische Form der Krankheit festgestellt wurde, wird unter bestimmten strengen Bedingungen nicht zum Militärdienst zugelassen. Der Betroffene muss stichhaltige Nachweise erbringen, dass er aufgrund von Exazerbationen (Verschlimmerungen) mindestens dreimal innerhalb eines Jahres stationär behandelt werden musste. Bei der chronischen Form der Prostatitis können zwar Besserungen eintreten, diese halten jedoch oft nicht lange an. Im fortgeschrittenen Stadium leiden junge Männer häufig unter ständigen, bohrenden Schmerzen in der Leistengegend, anhaltenden Problemen beim Wasserlassen und einer schwachen Libido. Die chronische Form entsteht zumeist dann, wenn der Mann während einer akuten Phase der Krankheit keine angemessene medizinische Behandlung durchlaufen hat. Auch Patienten mit kongestiver (stauungsbedingter) Prostatitis werden in der Regel nicht in die Armee aufgenommen. Dies ist eine Form der Krankheit, die durch langanhaltende Probleme mit dem Abfluss der Samenflüssigkeit entsteht. Zu den Symptomen gehören Schmerzen im Becken und Unbehagen im Bereich der Prostata, oft ausgelöst durch unregelmäßige sexuelle Aktivität oder lange Enthaltsamkeit. Die akute und kalkulöse Form der Prostatitis Eine akute Prostatitis kann sowohl bei jungen als auch bei reiferen Männern auftreten. Auslöser können Unterkühlung, Beckenverletzungen oder das Eindringen verschiedener Infektionen in die Harnröhre sein. Die Symptome sind meist drastisch: Stechende Schmerzen beim Wasserlassen, Blut oder Eiter im Urin, allgemeine Schwäche und hohes Fieber. Die akute Form lässt sich bei rechtzeitiger Konsultation eines Arztes gut behandeln. Die medizinische Kommission (Musterungsausschuss) gewährt in diesem Fall einen vorübergehenden Aufschub vom Militärdienst. Sobald der junge Mann vollständig genesen ist, wird er zum Dienst eingezogen. Kalkulöse Prostatitis Eine besondere und schwere Form ist die kalkulöse Prostatitis (Prostatasteine). Wird diese Krankheit festgestellt, ist in den meisten Fällen eine dringende Operation erforderlich. Mit einer kalkulösen Prostatitis wird man nicht in die Armee eingezogen. Diese Diagnose führt in der Regel zur vollständigen Befreiung, da in der Vorsteherdrüse Kalzium und Phosphatsalze abgelagert sind, was zu schweren pathologischen Veränderungen führt. Zusammenfassung: Wehrdiensttauglichkeit nach Diagnose Form der Erkrankung Entscheidung der Militärkommission Akute Prostatitis Vorübergehender Aufschub (meist 6-12 Monate) zur Behandlung. Danach wehrdienstfähig. Chronische Prostatitis Befreiung möglich, wenn nachweislich mehr als 3 stationäre Behandlungen pro Jahr nötig sind. Kalkulöse Prostatitis (akut/chronisch) Komplette Befreiung vom Wehrdienst. Einweisung zur medizinischen Behandlung. Prostatahyperplasie (Stadium 1 und 2) Befreiung vom Militärdienst aus gesundheitlichen Gründen. Was tun, wenn Prostatitis während des Militärdienstes auftritt? Manchmal können nach einer extremen Stresssituation, harter körperlicher Arbeit oder durch starke Unterkühlung während des Feldlagers Probleme mit der Prostata auftreten. Wenn der Soldat Schmerzen in der Leistengegend, Probleme beim Wasserlassen oder Beschwerden beim Stuhlgang bemerkt, sollte dies absolut sofort dem medizinischen Personal (Truppenarzt) gemeldet werden. Der Soldat wird dann in ein Militärkrankenhaus (Lazarett) verlegt, um die genaue Diagnose zu stellen. Bei Diagnose einer chronischen oder kalkulösen Prostatitis wird der Dienst vorzeitig beendet und der junge Mann ausgemustert. Bei einer rein akuten Form verbleibt er im Lazarett, bis er geheilt ist, und kehrt danach in seine Einheit zurück. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Wird man mit einer leichten akuten Prostatitis komplett ausgemustert? Nein, in der Regel wird bei einer akuten Form lediglich ein vorübergehender Aufschub (Zurückstellung) gewährt, bis die Krankheit auskuriert ist. Danach gilt man wieder als wehrdienstfähig. Welche Dokumente brauche ich für die medizinische Kommission? Sie benötigen alle ärztlichen Atteste, Ultraschallbilder der Prostata, Laborergebnisse (Blut, Urin) und zwingend die Nachweise über stationäre Krankenhausaufenthalte, insbesondere wenn Sie eine chronische Diagnose beweisen wollen. Ist Stauungsprostatitis ein Grund für die Befreiung? Ja, in schwerwiegenden Fällen und bei chronischem Verlauf kann auch eine durch Stauung verursachte Prostatitis zur Einstufung der Wehruntauglichkeit führen, wenn adäquate Nachweise erbracht werden. Beitragsnavigation Warum Prostata und langes Sitzen für Männer ab 55 eine gefährliche Kombination sind Ehekrise im Alter: Wenn der Vater die Familie für die Pflegerin verlässt