Das Thema Männergesundheit wird von Männern selbst oft gemieden. Die einen aus Selbstüberschätzung („Ich bin gesund wie ein Stier“), die anderen aus Komplexen („Soll ich dem Arzt wirklich alles zeigen?“). Diese äußerst gefährliche Einstellung muss geändert werden. Dabei hilft Dr. Sergey Myannik, Urologe und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Uronеphrologie und menschliche Reproduktionsgesundheit. Zu Beginn des Gesprächs sagte Dr. Myannik einen ermutigenden Satz für alle Männer: „Man muss nicht ohne Notwendigkeit zum Arzt gehen. Aber wenn etwas beunruhigt, sollte man sich fachkundig beraten lassen.“ Achten Sie auf den zweiten Teil des Satzes. Sobald etwas nicht stimmt, werfen Sie Scham und Zweifel über Bord und gehen Sie zum Arzt. Genauso handeln Sie doch auch, wenn Ihr Auto Probleme macht. Je schneller ein Profi darauf schaut, desto besser ist der Zustand des Autos und desto höher Ihre Sicherheit. Wir hoffen, dass Sie nach der Lektüre dieses Interviews genauso sorgsam mit Ihrer eigenen Gesundheit umgehen. Prostatitis: Der Mythos und die Realität Beginnen wir mit der häufigsten Männerkrankheit – der Prostatitis. Wörtlich übersetzt ist es eine Entzündung der Vorsteherdrüse. Laut autoritativen Quellen macht Prostatitis etwa 9% aller urologischen Erkrankungen aus. Ist der Teufel so schrecklich, wie er gemalt wird? Prostatitis ist keine fatale Krankheit. Sie kann geheilt werden oder eine stabile Remission (Abwesenheit von Symptomen) erreicht werden. Sie führt nicht zur Minderung der männlichen Funktionen, beeinflusst aber die Spermienqualität und senkt die Lebensqualität erheblich. Oft ist es die psychische Belastung, die das Intimleben stört. Warum wird die Prostata das „zweite Herz des Mannes“ genannt? Die Prostata ist ein muskulös-drüsiges Organ, das unterhalb der Blase liegt und den Anfang der Harnröhre umschließt. Sie befindet sich an der Kreuzung der Harn- und Geschlechtswege. Das Sekret der Prostata ist Teil des Spermas, und in der Prostata selbst werden viele biologisch aktive Substanzen produziert, die für das Funktionieren des Körpers notwendig sind. Deshalb nennt man sie das „zweite Herz“. Selbstmedikation: Ein gefährliches Spiel Werbung suggeriert oft, dass eine Pille den Arztbesuch ersetzt. Doch Vorsicht: Wenn Sie Störungen beim Wasserlassen bemerken (schwacher Strahl, häufiger Drang, Schmerzen, nächtliches Aufwachen), ist ein Arztbesuch unumgänglich. Etwa die Hälfte der Patienten, die zu mir kommen, haben versucht, sich selbst zu behandeln. Das führt oft zur Bildung resistenter Bakterienstämme, die später schwer zu bekämpfen sind. Ein rechtzeitiger Besuch beim Urologen spart Zeit, Geld und Gesundheit. Unterschiede verstehen: Prostatitis, Adenom und Krebs Viele Männer werfen diese Begriffe in einen Topf. Hier ist eine Übersicht zur Klärung: Erkrankung Beschreibung Zielgruppe / Ursache Prostatitis Entzündung der Prostata selbst. Männer jeden Alters (Infektionen, Unterkühlung). Adenom Vergrößerung der Drüsen, die die Harnröhre umgeben. Entwickelt sich meist ab dem 40. Lebensjahr. Prostatakrebs Bösartige Neubildung im Gewebe. Genetische Faktoren, Alter. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Ist ein Prostata-Adenom heilbar? Ja, das Adenom kann behandelt werden. Meist wird eine konservative Therapie (Medikamente) gewählt. Wenn diese nicht wirkt oder anatomische Besonderheiten vorliegen, kann eine Operation notwendig sein. Wie kann man Prostatakrebs frühzeitig erkennen? Der Schlüssel ist der PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) im Blut. Das PSA-Screening hat die Früherkennung massiv verbessert und ermöglicht oft eine vollständige Heilung. Erektile Dysfunktion: Marketing oder Realität? Es ist kein Marketing-Gag. Risikofaktoren für Erektionsstörungen (Bluthochdruck, Cholesterin, Rauchen, Übergewicht) ähneln denen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oft ist es ein Warnsignal des Gefäßsystems. 10 Ratschläge für die Männergesundheit Um Ihre Gesundheit und Manneskraft zu bewahren, sollten Sie folgende Regeln beachten: Gewichtskontrolle: Besonders Bauchfett ist gefährlich. Fisch essen: Reich an Omega-3-Fettsäuren. Weniger rotes Fleisch: Vermeiden Sie auch Geräuchertes und tierische Fette. Pflanzliche Kost: Mehr Obst, Gemüse und Kräuter. Wasser trinken: Mindestens 2 Liter pro Tag. Alkohol begrenzen: Das gilt nicht nur für Schnaps, sondern auch für Bier. Bewegung: 2–3 Mal pro Woche Training ist Pflicht. Nahrungsergänzung: Vitamine und Antioxidantien bei Bedarf. Blutdruck messen: Regelmäßige Kontrolle ist wichtig. Rauchstopp: Geben Sie das Rauchen auf. Abschließend ein Rat aus dem 14. Jahrhundert, der noch immer gilt: „Lass guten Charakter, Ruhe und Mäßigung im Essen deine Freunde sein.“ Beitragsnavigation Prostatitis: Alles über akute und chronische Entzündung der Prostata Prostatitis bei Senioren: Ursachen, Symptome und effektive Behandlung