Der Journalist Hamid Hamidov präsentierte in einer neuen Ausgabe der Sendung „Lass uns reden?“ (Pogoworim?) ein weiteres spannendes Videointerview für seine Abonnenten. An dem Gespräch nahm auch der Therapeut und Hepatologe sowie Generaldirektor von Medprosvet, Dr. Zaur Orudzhev, teil. Der Hauptgast des Podcasts war jedoch der renommierte Urologe Dr. Kenan Ahmedov. Im Zentrum des Dialogs standen die Männergesundheit und die häufigsten Probleme, mit denen Patienten heutzutage eine urologische Praxis aufsuchen. Die Experten beleuchteten Themen, die oft tabuisiert werden, aber für das Wohlbefinden von Männern entscheidend sind. Diagnose und die Bedeutung der Prostatamassage Ein besonderes Augenmerk legte Dr. Ahmedov auf die Diagnostik der Prostata. Viele Männer scheuen den Gang zum Urologen aus Angst vor unangenehmen Untersuchungen. Der Arzt betonte jedoch die Wichtigkeit und die medizinischen Besonderheiten der Prostatamassage. Sie dient nicht nur diagnostischen Zwecken, um Prostatasekret zur Analyse zu gewinnen, sondern kann auch therapeutisch bei chronischen Entzündungen wirken, um den Abfluss von gestautem Sekret zu fördern. Warnsignale des Körpers: Urin und Nierensteine Der Urologe teilte zudem wichtige Informationen über die Mochansteinerkrankung (Nierensteine). Er erklärte detailliert, worauf Männer im Alltag achten sollten: Veränderung des Geruchs: Ein starker, unangenehmer Geruch kann auf bakterielle Infektionen oder eine hohe Konzentration des Urins durch Flüssigkeitsmangel hinweisen. Veränderung der Farbe: Dunkler Urin deutet oft auf Dehydrierung hin, während rötliche Verfärbungen ein Alarmzeichen für Blut im Urin sein können, was sofortige ärztliche Abklärung erfordert. Onkologie: Warum der Krebs „jünger“ wird Dr. Kenan Ahmedov äußerte sich besorgt über eine beunruhigende Tendenz: Krebserkrankungen treten bei immer jüngeren Patienten auf. Früher galten Prostatakrebs und andere urologische Tumore als Erkrankungen des fortgeschrittenen Alters. Heute sehen sich Urologen zunehmend mit jüngeren Männern konfrontiert, die von onkologischen Diagnosen betroffen sind. In diesem Zusammenhang berührte der Arzt auch eine ethisch schwierige Frage: Sollte man dem Patienten die Diagnose „Onkologie“ direkt mitteilen? Dies erfordert viel Fingerspitzengefühl und psychologisches Verständnis seitens des behandelnden Arztes. Medizin im Vergleich und der Einfluss des Lebensstils Im Laufe des Gesprächs zog Dr. Ahmedov einen Vergleich zwischen dem medizinischen Niveau in Aserbaidschan und Russland. Doch noch wichtiger für den einzelnen Patienten waren seine Ausführungen zu den schädlichen Gewohnheiten, die die Männergesundheit massiv beeinträchtigen. Tabelle: Einfluss von Genussmitteln auf die Urologie Besondere Aufmerksamkeit widmete der Urologe dem weit verbreiteten Irrglauben über die „Sicherheit“ von Wasserpfeifen (Shishas). Viele halten den kalten Rauch für harmlos, doch die toxische Belastung ist immens. Faktor Auswirkung auf die Prostata & Blase Risiko-Bewertung Rauchen (Zigaretten) Verengt Blutgefäße, schlechtere Durchblutung des Beckens, erhöhtes Blasenkrebsrisiko. Sehr Hoch Alkohol Reizt die Blase, fördert Entzündungen, führt zu Dehydrierung. Hoch (bei Missbrauch) Wasserpfeife (Shisha) Oft unterschätzt; hohe Aufnahme von Toxinen, negative Wirkung auf Potenz und Gefäße. Hoch Sitzender Lebensstil Blutstau im kleinen Becken, begünstigt Prostatitis. Mittel bis Hoch Prostatitis: Behandlung und Prävention Ein bedeutender Teil des Interviews widmete sich dem Thema Prostatitis. Dr. Ahmedov gab Ratschläge, wie man die Behandlung dieser Erkrankung zu Hause unterstützen kann, natürlich immer in Absprache mit dem Facharzt. Er erklärte, wie ein sitzender Lebensstil – typisch für Bürojobs und Berufskraftfahrer – die Gesundheit der Prostata durch Stauungsprozesse im Beckenbereich gefährdet. Frühe Symptome, auf die Sie achten sollten: Leichte Schmerzen oder Ziehen im Dammbereich. Häufiger Harndrang, besonders nachts. Schwächerer Harnstrahl. Unspezifische Schmerzen im unteren Rücken. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Zum Abschluss beantwortete der Urologe eine der am häufigsten gestellten Fragen von Männern: Wie oft ist es normal, nachts auf die Toilette zu gehen? Dieses Interview erwies sich als wahrer Wissensschatz für Männer jeden Alters, die ihre Gesundheit ernst nehmen. Wie oft darf man nachts auf die Toilette gehen? Laut Urologen gilt es als normal, wenn man nachts gar nicht oder maximal einmal aufstehen muss (Nykturie). Muss man zwei- oder mehrmals pro Nacht die Toilette aufsuchen, sollte dies als Warnsignal gewertet und urologisch abgeklärt werden, da es auf eine vergrößerte Prostata oder andere Erkrankungen hinweisen kann. Ist Shisha-Rauchen weniger schädlich für die Potenz als Zigaretten? Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Dr. Ahmedov betont, dass Wasserpfeifen eine enorme Menge an Schadstoffen liefern, die die Gefäße schädigen und somit langfristig auch die Potenz und die allgemeine Männergesundheit negativ beeinflussen können. Kann man Prostatitis zu Hause behandeln? Eine Behandlung sollte immer ärztlich begleitet werden. Es gibt jedoch unterstützende Maßnahmen für zu Hause, wie warme Sitzbäder (sofern keine akute bakterielle Infektion vorliegt), Beckenbodentraining und die Umstellung der Ernährung, die den Heilungsprozess fördern können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Prävention der Schlüssel ist. Regelmäßige Check-ups, Bewegung als Ausgleich zum Sitzen und der Verzicht auf Nikotin sind die besten Investitionen in ein langes, gesundes Männerleben. Beitragsnavigation Seltener medizinischer Fall: Echinokokken-Zysten statt Prostatitis diagnostiziert Prostata-Gesundheit im Fokus: Prostatitis vs. Adenom – Symptome, Unterschiede und Vorsorge