Prostatitis
Die Prostatitis, eine Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata), ist eine der häufigsten urologischen Erkrankungen bei Männern. Im Gegensatz zur gutartigen Prostatavergrößerung oder dem Prostatakrebs, die meist ältere Männer betreffen, kann eine Prostatitis Männer in jedem Lebensalter treffen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die verschiedenen Formen, Symptome und Therapiemöglichkeiten.
Unter dem Begriff Prostatitis fasst die Medizin verschiedene Entzündungszustände der Prostata zusammen. Die Prostata ist eine kleine Drüse unterhalb der Blase, die die Harnröhre umschließt und einen Teil der Samenflüssigkeit produziert. Wenn sich dieses Gewebe entzündet – sei es durch Bakterien oder andere Ursachen – schwillt es an und verursacht Schmerzen sowie Probleme beim Wasserlassen.
Mediziner unterscheiden im Wesentlichen vier Hauptkategorien der Erkrankung:
Die Symptome hängen stark von der Art der Prostatitis ab. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
Bei der bakteriellen Prostatitis gelangen Keime meist über die Harnröhre in die Prostata. Darmbakterien (wie E. coli) sind häufig die Auslöser. Risikofaktoren sind Blasenentzündungen, Blasenkatheter oder anatomische Besonderheiten.
Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom sind die Ursachen komplexer. Diskutiert werden:
Der Urologe führt zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese) durch. Darauf folgen körperliche Untersuchungen:
Die digitale rektale Untersuchung (Tastuntersuchung) erlaubt dem Arzt, die Größe, Form und Druckempfindlichkeit der Prostata zu beurteilen. Urin- und Bluttests (zur Bestimmung von Entzündungswerten und PSA-Wert) sowie ggf. ein Ultraschall sichern die Diagnose ab. Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion wird oft eine spezielle Urinprobe nach Prostatamassage analysiert.
Die Therapie richtet sich streng nach der Ursache:
Bei nachgewiesenen Bakterien (akut oder chronisch) sind Antibiotika das Mittel der Wahl. Bei der chronischen Form muss die Einnahme oft über mehrere Wochen erfolgen, um sicherzustellen, dass alle Bakterien im Prostatagewebe abgetötet werden.
Diese Medikamente entspannen die Muskulatur am Blasenhals und in der Prostata, was das Wasserlassen erleichtert.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) helfen gegen Schmerzen und reduzieren die Entzündung.
Besonders beim chronischen Beckenschmerzsyndrom spielen begleitende Maßnahmen eine große Rolle:
Sollten Sie Schmerzen im Beckenbereich, Probleme beim Wasserlassen oder Blut im Urin bemerken, ist ein Arztbesuch unerlässlich. Eine akute bakterielle Prostatitis mit Fieber ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden, um Komplikationen wie einen Prostataabszess oder eine Blutvergiftung (Sepsis) zu verhindern.
Prostatitis ist eine schmerzhafte und oft langwierige Erkrankung, die die Lebensqualität stark einschränken kann. Die gute Nachricht ist jedoch: Sie ist behandelbar. Mit der richtigen Diagnose und einer individuellen Therapie lassen sich die Symptome in den meisten Fällen gut kontrollieren oder vollständig heilen.